Am 11. Juli 2025 fand beim AfD-Stammtisch des Kreisverbands Miesbach eine eindrucksvolle und gut besuchte Veranstaltung mit dem Titel „Windradfreies Oberland“ statt. Als Gastredner war Hans-Martin Herbel, Diplom-Ingenieur für Maschinenbau und Schatzmeister des AfD-Kreisverbands Wolfratshausen–Bad Tölz, eingeladen. Er ist Mitinitiator der gleichnamigen Bürgerinitiative „Windradfreies Oberland“.

Im Zentrum des Vortrags stand nicht der oft diskutierte Umweltaspekt der Windkraft, sondern deren ökonomische Fragwürdigkeit – ein Thema, das in der politischen Debatte häufig unterbelichtet bleibt.

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Herbel stellte klar: Windkraftanlagen (WKA) im bayerischen Oberland lohnen sich wirtschaftlich nicht. Aufgrund der vergleichsweise schwachen Windverhältnisse in der Region sei der Energieertrag deutlich geringer als an Küstenstandorten – selbst bei dreifacher Masthöhe würden die erwarteten Strommengen teils 21–30 % unter Referenzwerten liegen. Gleichzeitig seien die Baukosten durch Höhenanpassung und schwieriges Gelände höher – ein wirtschaftlich ruinöses Unterfangen.

Ein zentrales Argument betraf die sogenannte „Kannibalisierung“ der Windkraft: In windreichen Stunden, wenn die Stromproduktion hoch ist, sinken die Preise an der Strombörse drastisch – oft sogar ins Negative. Allein im ersten Halbjahr 2025 kam es zu 389 Stunden mit negativen Strompreisen. Für Windkraftbetreiber bedeutet das: Anstelle von Einnahmen entstehen Verluste – eine Schieflage, die durch die Einführung kürzerer Abrechnungsintervalle (Viertelstunden-Taktung seit Juni 2025) weiter verschärft wird.

Herbel machte deutlich: Wer 25–27 % seines Umsatzes durch Negativpreise verliert, kann auf Dauer wirtschaftlich nicht überleben. Er warnte vor einer Investorenfalle und einem falschen Subventionsanreizsystem.

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Der Referent zeigte auf, wie die wachsende Einspeisung unplanbarer Windenergie das Stromnetz destabilisiert – bei Überproduktion sinkt der Preis, bei Flauten droht Versorgungsengpass. Der Vortrag erinnerte dabei auch an den fast 18-stündigen Blackout in Spanien im Jahr 2024, der durch Netzinstabilität verursacht wurde.

Als Alternative empfahl Herbel den Ausbau von Großbatteriespeichern (BESS), Wasserkraft sowie Photovoltaik – Technologien, die bereits jetzt in der Region hohe Erträge liefern und planbarer seien. Besonders hervorgehoben wurde, dass der Landkreis Bad Tölz – Wolfratshausen durch Wasserkraft bereits heute mehr Strom erzeugt, als er verbraucht – das Dreifache des regionalen Bedarfs.

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Der Vortrag schloss mit einem klaren Appell: Statt ideologisch motiviert Windkraftanlagen durchzusetzen, solle eine regionale, technologieoffene Energiepolitik verfolgt werden. Die Bürgerinitiative „Windradfreies Oberland“ kündigte an, sich weiterhin mit rechtlichen Mitteln, Öffentlichkeitsarbeit und politischem Druck gegen den Ausbau von Windkraft im Oberland zu stellen.

Die Veranstaltung machte deutlich: Klimaschutz darf nicht bedeuten, ökonomischen Unsinn zu betreiben – erst recht nicht auf Kosten der Natur, der Bürger und der öffentlichen Haushalte.